MUNZINGER Wissen, das zählt | Zurück zur Startseite
Wissen, das zählt.


MUNZINGER Sport
Udo Lattek

Udo Lattek

deutscher Fußballtrainer
Geburtstag: 16. Januar 1935 Bosemb/Ostpreußen
Todestag: 1. Februar 2015 Köln
Klassifikation: Fußball
Nation: Deutschland - Bundesrepublik
Erfolge/Funktion: 8x Deutscher Meister
3x DFB-Pokalsieger
Gewinner aller drei europ. Pokalbewerbe

Internationales Sportarchiv 47/2000 vom 13. November 2000 (os)
Ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 47/2021


Udo Lattek ist noch immer einer der erfolgreichsten Fußballtrainer der Welt, und hätte er sich nicht bereits 1988 als 53-Jähriger praktisch aus dem Trainergeschäft zurückgezogen, wären zu den 14 großen Titeln, die er mit verschiedenen Clubs eroberte, wohl noch weitere dazugekommen. Er aber wollte mehr Zeit für sein Privatleben haben, blieb dem Fußballsport jedoch als Kolumnist und beredter Kritiker über die Medien erhalten. Die wenigen Comebacks, die er danach auf der Trainerbank gab, schadeten zwar teilweise seinem guten Ruf, doch als er im Frühjahr 2000 mit beherztem Engagement Borussia Dortmund vor dem Gang in die zweite Liga bewahrte, zeigte der große Motivator von einst, dass noch Reste seines Charismas in ihm glühten.

Laufbahn

In seiner Jugend war Udo Lattek zunächst ein begeisterter Leichtathlet, lief dabei die 100 Meter unter elf Sekunden, war aber auch ein passabler Mehrkämpfer. Nebenbei versuchte er sich auch als Fußballspieler ("Ich war oft schneller als der Ball", Libero, August 1989), brachte es aber nur zu bescheidenen Erfolgen. Zum Einsatz kam der geborene Ostpreuße bei den verschiedenen Teams - er spielte bei SSV Marienheide, Bayer 04 Leverkusen, VfR Wipperfürth und VfL Osnabrück - als Läufer und Stürmer. Er erkannte seine begrenzten Möglichkeiten als Spieler und entschloss sich Mitte der sechziger Jahre, beim VfR Wipperfürth die Arbeit am Spielfeldrand aufzunehmen.

Bereits 1958 hatte sich Udo Lattek mit dem Gedanken getragen, bei Hennes Weisweiler das Trainerdiplom zu erwerben, entschied sich dann jedoch vorerst dagegen. Einen neuen Anlauf an der Kölner Sporthochschule nahm der ausgebildete Sportlehrer schließlich 1964. Diesmal schloss er die Trainerausbildung ab und bekam durch Bundestrainer Helmut Schön sogleich die Gelegenheit, für den DFB zu arbeiten. Lattek wurde nicht nur Assistent des "Langen" (zum Beispiel beim WM-Turnier 1966 in England), sondern betreute auch diverse DFB-Auswahlen (Jugend, Junioren, Amateure) und einmal auch die Militärmannschaft. Nebenbei übte er bis 1969 auch weiterhin die Funktion eines Vereinstrainers beim VfR Wipperfürth aus, ehe er im März 1970 als Trainer zu Bayern München gerufen wurde.

Beinahe fünf Jahre betreute Udo Lattek in der Folge das Münchner Starensemble und holte in dieser Zeit mit Beckenbauer, Müller & Co drei Meistertitel (1972 bis 1974) und einen DFB-Pokalsieg (1971). Zudem schaffte er 1974 den vorerst größten Erfolg eines deutschen Teams auf Vereinsebene, als seine Bayern im Finale des Europapokals der Landesmeister gegen den spanischen Titelträger Atletico Madrid nach einem 1:1 im ersten Finale bei der Neuauflage klar mit 4:0 die Oberhand behielten. Latteks Stärke als Trainer lag weniger in einem abwechslungsreichen Training mit ausgeklügelten Plänen, sondern stets in seiner unglaublichen Motivationskunst: "Meine Spieler müssen vor entscheidenden Spielen so heiß sein, dass sie Gras fressen" (fuwo, 19.6.1992).

Noch im Jahr 2000 stand Lattek voll zu seiner Interpretation des Traineramts ("Ich bin kein akribischer Arbeiter" - FAZ, 17.4.2000), auch wenn ihm das schon in seiner besten Zeit zum Vorwurf gemacht wurde. Man beurteilte seine Arbeit vielfach als eher einfallslos, stupide und langweilig und machte auch Schwächen in seinem Auftreten gegenüber dem Vereinsvorstand aus. Auf Seiten der Spieler wurde das ebenfalls erkannt, und so meinte etwa Franz Beckenbauer einmal: "Lattek war doch immer nur Kofferträger bei uns. Nie hat er es gewagt, beim Vorstand den Mund aufzumachen" (Sport-Bild, 6.1.1992).

1974/75 schienen Latteks Kritiker tatsächlich Recht zu bekommen, denn nach den großen Triumphen des Vorjahres (Europapokalsieg, WM-Titel für sechs Bayern-Spieler) schienen die Stars vorübergehend gesättigt zu sein. Lattek war irgendwie mit seinem Latein am Ende, und als das Team im Dezember 1974 auf dem indiskutablen 14. Platz stand, handelte Präsident Neudecker und entließ seinen Trainer. Dieser unterzeichnete zunächst zwar einen Einjahresvertrag bei Rot-Weiß Essen, ging dann aber nach Hennes Weisweilers Weggang aus Mönchengladbach im Juli 1975 an den Bökelberg. Dort übernahm er mit der Borussia wie schon 1970 bei den Bayern eine "fertige" Mannschaft, mit der er seine Erfolgsserie prolongieren konnte.

Udo Lattek gewann mit der zweiten "Fohlen"-Generation zweimal die Meisterschaft (1976, 1977) - den Hattrick verpasste er 1978 gegenüber dem 1. FC Köln nur wegen der schlechteren Tordifferenz - und erreichte zudem 1977 das Finale im Meistercup, wo man allerdings in Rom dem FC Liverpool mit 1:3 unterlag. 1979 gelang dem inzwischen 44-Jährigen dennoch der zweite Europapokalsieg, als die Gladbacher Borussia im Finale des UEFA-Pokals mit 1:1 bzw. 1:0 gegen Roter Stern Belgrad die Oberhand behielt.

Latteks großartige Erfolge innerhalb nur eines Jahrzehnts ließ Fragen nach den Gründen aufkommen. Seine Kritiker, darunter der ehemalige Manager von Bayern München, Robert Schwan, meinten etwa: "Latteks Erfolgsgeheimnis ist, immer zum richtigen Zeitpunkt die richtige Mannschaft trainiert zu haben", der Meistermacher selbst interpretierte seine Erfolge natürlich anders und konterte: "Wo ich bin, ist immer oben!" (Libero, August 1989). Die Wahrheit dürfte wie so oft in der Mitte liegen, wobei eines unumstritten ist: Udo Lattek war von Beginn seiner Trainertätigkeit "getrieben von einem schier unstillbaren Hunger nach Erfolgen, von der Sucht nach Siegen" (kicker-Sonderheft, 100 Jahre deutscher Fußball, 2000). Er verstand es tatsächlich wie kaum ein anderer, seine Mannschaft heiß zu machen, und daher hat ein anderes Lattek-Zitat ganz sicher Gültigkeit: "Eine Mannschaft spielt immer so, wie ihr Trainer ist" (kicker-Sonderheft, 100 Jahre deutscher Fußball, 2000).

Nach seinem Abschied aus Mönchengladbach, der für einmal einigermaßen reibungslos verlief, übersiedelte Udo Lattek zu Beginn der Saison 1979/80 zur anderen Borussia nach Dortmund. In seiner ersten Saison belegte er mit den Westfalen in der Meisterschaft Rang sechs, im Frühjahr 1981 bat er dann aber Präsident Rauball um die vorzeitige Lösung aus dem Kontrakt. Nach dem tragischen Krebstod seines Sohnes Dirk wollte er einen Tapetenwechsel vornehmen und unterzeichnete im Sommer einen neuen Vertrag beim spanischen Spitzenklub CF Barcelona. Gleich im ersten Jahr holte er mit den Katalanen den Sieg im europäischen Pokalsiegerbewerb (2:1 gegen Standard Lüttich), doch wieder überlebte Lattek das zweite Jahr nicht. Nach ständigen Fehden mit seinen Stars Diego Maradona und Bernd Schuster wurde er noch während der Saison fristlos entlassen und durch den Argentinier Luis Cesar Menotti ersetzt.

Rechtzeitig zu Saisonbeginn 1983/84 kehrte Udo Lattek nach Deutschland zurück, und zwar nach München, an die Stätte seiner größten Triumphe. Tatsächlich schloss der 48-Jährige an der Isar an alte Glanzzeiten an, schaffte erneut den Meisterschafts-Hattrick (1985 bis 1987) und gewann zudem zweimal den DFB-Pokal (1984, 1986). Dann wurde er allerdings Opfer seines Vertragspokers: Er wollte eine Verlängerung um zwei Jahre, Manager Hoeneß war aber nur zu einem Einjahresvertrag für die Saison 1987/88 bereit, und so trennte man sich also zum zweiten Mal in Zwietracht.

Noch im gleichen Jahr suchte Udo Lattek eine neue Herausforderung, indem er von der Trainerbank auf den Direktorensessel wechselte und beim 1. FC Köln die Funktion eines Technischen Direktors übernahm. Trotz sportlicher Erfolge der Geißböcke kündigte der 53-Jährige den 5-Jahres-Vertrag wegen ständiger Rivalität mit Trainer Christoph Daum bereits nach sieben Monaten, ein Schritt, der ihm in der Öffentlichkeit erneut heftige Kritik einbrachte: "Diese Leichtigkeit, über Skrupel, Verträge und Verantwortung hinwegzuspringen, besitzt kein anderer in der Branche", urteilte etwa die FAZ.

Irgendwie schien Udo Lattek ("Ich höre mit dem Einzigen auf, was ich wirklich kann") damals endgültig die Nase voll zu haben vom großen Fußballgeschäft und schlug sich auf die andere Seite, indem er als Chef-Kolumnist für die eben neu herausgegebene Zeitschrift Sport-Bild arbeitete. Lange währte seine Absenz allerdings nicht, denn 1990 kehrte er als Technischer Direktor zum 1. FC Köln zurück. Sein hohes Gehalt (750.000 DM) und neuerliche Querelen mit der sportlichen Leitung (Trainer Erich Rutemöller) riefen wieder die Kritiker auf den Plan. Der Erfolgsmensch Lattek saß noch einmal am längeren Hebel und kehrte nach dem Rausschmiss Rutemöllers sogar für ein Spiel auf die Trainerbank zurück.

Doch nur wenige Monate später folgte die Entlassung durch den Vorstand der Kölner, wobei die Vorwürfe von gravierend (er arbeite zu wenig) bis zynisch (er beende nur das, was er mit seinem Weggang aus München begonnen habe) reichten. Während für Lattek eine Rückkehr ausgeschlossen war ("In mir brennt kein Feuer mehr" - Sport-Bild, 6.1.1992), sah die Öffentlichkeit die Person Latteks inzwischen noch differenzierter. Zu sehr hatte der ehemalige Startrainer seinen guten Ruf früherer Tage ramponiert, und so wurde in Sport-Bild nicht ganz zu Unrecht festgestellt: "Ein Denkmal kippt um" (6.1.1992), und die Stuttgarter Zeitung meinte trocken: "Latteks Ansehen ist aufgebraucht" (19.9.1991).

1992 kehrte Udo Lattek allerdings noch einmal ins Bundesligageschäft zurück, als er Trainer beim Traditionsclub Schalke 04 wurde. Aber sein Comebackversuch wurde schon bald als großer Irrtum erkannt, und der SPIEGEL titelte provokant: "Was will der alte Mann von uns?" (31.8.1992). Tatsächlich endete das Engagement auf Schalke bereits nach einem halben Jahr, und Lattek verlegte sich endgültig auf seine journalistischen Tätigkeiten bei Sportpresse und Fernsehen (DSF).

Völlig überraschend wurde Udo Lattek dann im Frühjahr 2000 doch noch einmal als "Feuerwehrmann" zu einem Bundesligisten geholt. Als bei Borussia Dortmund bereits zwei Trainer gefeuert worden waren und der Abstieg aus der Eliteliga drohte, erinnerte man sich an den alten Trainerfuchs, dem es dann in Zusammenarbeit mit Ex-Spieler Matthias Sammer tatsächlich gelang, die Profis neu zu motivieren. Der Klassenerhalt wurde geschafft, damit hatte Lattek seine Schuldigkeit getan und zog sich sofort wieder aufs Altenteil zurück, wohl auch deshalb, um nicht noch länger quasi als "Strohmann für Sammer" (WELT, 15.4.2000) herhalten zu müssen.

Informationen und Meldungen zum weiteren Fortgang der Karriere siehe Journal

Persönliches

Seine Kindheit verbrachte Udo Lattek als Bauernsohn ("Ich habe viel aus der Natur gelernt", kicker-Sonderheft, 100 Jahre deutscher Fußball, 2000) in Ostpreußen, kam aber nach dem Krieg mit seinen Eltern Kurt und Marie Lattek in den Westen. Durch die Übersiedelung änderten sich auch die Zukunftspläne: Statt als Landwirt in die Fußstapfen seines Vaters zu treten, besuchte er weiter die Schule, machte das Abitur und studierte im Anschluss Sport und Englisch. Nach dem Abschluss des Studiums arbeitete er fünf Jahre lang als Lehrer an verschiedenen Gymnasien. Danach entschied er sich für die Trainerlaufbahn.

1962 heiratete Udo Lattek seine heutige Ehefrau Hildegard. Mit ihr und den beiden Kindern Sabine (geb. 1964) und Dirk (geb. 1966) lebte er in Köln-Lövenich. 1981 wurde die Familie von einem schweren Schicksalsschlag getroffen, als der 15-jährige Dirk an Leukämie starb. Dafür hatten die Latteks im Jahr darauf Grund zur Freude, als Tochter Nadine zur Welt kam.

Als gewiefter Geschäftsmann verstand es Lattek auch stets, seine großen Erfolge entsprechend zu versilbern, und noch nach der Beendigung seiner Trainertätigkeit galt er als "unschlagbarer Vertrags-Champion". Vom Sportartikelhersteller Puma kassierte er zum Beispiel jährlich 180.000 DM, und auch seine Dienste als Kolumnist ließ er sich fürstlich entlohnen. Das Geld legte er gut an; so besitzt er einen Bungalow mit Meeresblick in der Nähe von Barcelona und ein zweites Ferienhaus in der kleinen südholländischen Gemeinde Scharendiyk.

Auch wenn Udo Lattek in der Öffentlichkeit immer eher ernst wirkte, vom SPIEGEL einmal sogar als "Erfinder des Aschermittwoch" bezeichnet wurde, gilt er privat als lustiger Mensch, der auch gern bei einem Gläschen in geselliger Runde sitzt. Dem zeitweise erhobenen Vorwurf, er habe ein Alkoholproblem, begegnete er einmal mit den Worten: "Manchmal braucht man einen Schluck gegen den Stress." Und an gleicher Stelle zog er Parallelen: "Die großen Trainer haben schließlich alle gesoffen. Weisweiler. Happel. Zebec. Und ich gehöre ja auch zu den Großen" (Sport-Bild, 6.1.1992). Wurden diese "kleinen" Schwächen in seiner Glanzzeit großzügig totgeschwiegen, steht er heute dazu, was durchaus für ihn spricht.

Später begann Udo Lattek allerdings, sich um ein gesundes Leben zu bemühen. Er hält sich fit mit Radfahren und Tennisspielen, verbringt vor allem viel Zeit mit seiner Familie und liest in seiner Freizeit gerne auch ein gutes Buch.

März 2001: Udo Lattek muss sich in Köln einer Operation wegen eines (gutartigen) Gehirntumors unterziehen.

14. Oktober 2013: Udo Latteks Ehefrau Hildegard teilt mit, dass ihr Mann an Parkinson erkrankt ist. Der frühere Bundesligatrainer verbrachte zuletzt nach einem Schwächeanfall einige Tage im Krankenhaus. Hildegard Lattek pflegt ihren Mann zu Hause gemeinsam mit einer häuslichen Pflegekraft.

1. Februar 2015: Udo Lattek stirbt im Alter von 80 Jahren in München. Er gilt mit 14 großen Titeln als einer der erfolgreichsten Trainer der Welt. In den 1970er Jahren gewann er zahlreiche Titel mit Bayern München und Bor. Mönchengladbach, arbeitete außerdem für Borussia Dortmund, den FC Barcelona, den 1. FC Köln und Schalke 04. Nach dem Ende seiner Trainerkarriere war er u. a. als Kommentator und Experte beim DSF, bzw. Sport1 tätig (u. a. "Doppelpass" bis 2011).

Karriere in Zahlen

Stationen als Spieler:

bis 1958: SSV Marienheide, Bayer 04 Leverkusen
1958 - 1962: VfR Wipperfürth
1962 - 1964: VfL Osnabrück

Stationen als Trainer:

1964 - 1969: VfR Wipperfürth
1965 - 1969: DFB (Jugend, Junioren, Amateure, Assistent von Helmut Schön)
13.3.1970 - 2.1.1975: Bayern München
1975 - 1979: Borussia Mönchengladbach
1979 - 10. Mai 1981: Borussia Dortmund
1981 - 3. März 1983: CF Barcelona
1983 - 1987: Bayern München
1987 - Febr. 1988: 1. FC Köln (Technischer Direktor)
13.9.1990 - 8.3.1992: 1. FC Köln (Technischer Direktor)
1992 - 17. Jan. 1993: FC Schalke 04
April-Mai 2000: Borussia Dortmund

Erfolge als Trainer:

Sieger Europacup der Landesmeister 1974
Sieger Europacup der Pokalsieger 1982
Sieger UEFA-Cup 1979
Finalist Europacup der Landesmeister 1977
Deutscher Meister 1972, 1973, 1974, 1976, 1977, 1985, 1986, 1987
DFB-Pokalsieger 1971, 1984, 1986
Spanischer Cupsieger 1982

Journal

Ergänzungen aus MA-Journal. Die nachfolgenden Meldungen werden bei der nächsten redaktionellen Bearbeitung in den Text integriert.

11. August 2003: Peter Glotz (SPD) weist in der FAZ Vorwürfe zurück, das geplante "Zentrum gegen Vertreibungen" in Berlin sei Ausdruck eines neuen deutschen Chauvinismus und stelle den Versuch dar, NS-Verbrechen zu relativieren. Das Zentrum wolle keineswegs nur die Vertreibung der Deutschen thematisieren, sondern auch Zwangsaussiedlungen, Deportationen und "Umvolkungen" vor 1945. Kritiker wie der frühere polnische Außenminister Bartoszewski lehnen die Gedenkstätte ab (wegen einer "gegen Polen gerichteten selektiven Erinnerungskultur"). Auch Bundeskanzler Schröder spricht sich gegen eine nationale Gedenkstätte in Berlin aus. Glotz hatte zusammen mit der BdV-Präsidentin Erika Steinbach (CDU) im September 2000 eine Stiftung für den Bau des Zentrums gegründet. Der SPD-Abgeordnete Markus Meckel sprach sich im Juli 2003 in einem Aufruf und Gegenentwurf für ein „Europäisches Zentrum gegen Vertreibungen, Zwangsaussiedlungen und Deportationen - Geschichte in Europa gemeinsam aufarbeiten" mit möglichem Sitz im polnischen Wroclaw (Breslau) aus. Neben Glotz und Steinbach machen sich Anfang September 2003 in einem Aufruf 18 weitere Perönlichkeiten für das Zentrum stark: Darunter sind Arnulf Baring, Rupert Neudeck, Joachim Gauck, Julius H. Schoeps, Peter Scholl-Latour, Otto von Habsburg, Christoph Stölzl, Freya Klier, Gabriele Wohmann, Otto Graf Lambsdorff, Michael Wolffsohn und Udo Lattek. Zeitgleich sprechen sich Persönlichkeiten aus mehreren Ländern (u.a. Peter Härtling) in einer internationalen Petition gegen das Projekt aus.

Mai 2011: Udo Lattek beendet seine Tätigkeit als regelmäßiger Experte bei der Fußball-Talkshow "Doppelpass" bei Sport1.

28. Januar 2012: Mit dem 2:0-Erfolg des FC Bayern München über den VfL Wolfsburg am 19. Spieltag feiert Bayern-Trainer Jupp Heynckes seinen 282. Sieg als Bundesligatrainer. Damit zieht er in der ewigen Rangliste mit Udo Lattek gleich. Vor den beiden liegt Otto Rehhagel mit 387 Siegen.

November 2021: Udo Lattek, Jürgen Kohler, Miroslav Klose, Joachim Streich und Horst Eckel werden in die Hall of Fame des deutschen Fußballs aufgenommen. Die offizielle Ehrung soll im Herbst 2022 stattfinden.



Die Biographie von Udo Lattek ist nur eine von über 40.000, die in unseren biographischen Datenbanken Personen, Sport und Pop verfügbar sind. Wöchentlich bringen wir neue Porträts, publizieren redaktionell überarbeitete Texte und aktualisieren darüberhinaus Hunderte von Biographien.
Unsere Datenbanken sind unverzichtbare Recherchequelle für Journalisten und Publizisten, wertvolle Informationsquelle für Entscheidungsträger in Politik und Wirtschaft, Grundausstattung für jede Bibliothek und unerschöpfliche Fundgrube für jeden, der mit den Zeitläuften und ihren Protagonisten Schritt halten will.



Lucene - Search engine library