Hansjörg Felmy
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Internationales Biographisches Archiv
Hansjörg (eigtl. Hans-Jörg Hellmuth) Felmy wurde in Berlin als Sohn des Fliegergenerals Hellmuth Felmy (†1965) und dessen Frau Elfriede, geb. Boettcher, geboren. Seine Vorfahren waren Hugenotten.
Das Gymnasium in Braunschweig verließ F. in der Untertertia nach einem Streit mit seinem Lehrer. Er versuchte sein Glück dann im Schlosser- und Buchdruckerhandwerk und war kurz bei einer Wanderbühne engagiert, ehe er 1947-1949 Schauspielunterricht bei Hella Kaiser am Staatstheater Braunschweig nahm.
Sein Bühnendebüt hatte F. als Arbeiter in "Des Teufels General". Erfahrungen sammelte er danach an den Theatern von Braunschweig (1951-1953), Aachen (1953-1954) und Köln (ab 1954). Die gemäßigte Moderne, O'Neill und Eliot, Rattigan und Zuckmayer, Fry und Wouk, wurde zu seiner Domäne, vom Orin in "Trauer muss Elektra tragen" bis zum Kapitän Queeg in "Die Caine war ihr Schicksal" reichte sein darstellerisches Spektrum.
In Köln wurde der Theatermime 1956 für den Film entdeckt. Sein Filmerstling war
In dieser Zeit gewannen gelegentliche Fernsehrollen in F.s Laufbahn an Bedeutung. Er machte sich aber auch in diesem Medium bald rar - überzeugt, dass das Fernsehen Gesichter zu sehr verschleiße. Aufgrund der gut angelegten Stargagen seiner Filmzeit konnte er diese Zurückhaltung lange durchhalten. 1972 kehrte er mit dem Spionage-Fernsehfilm "Alexander Zwo" eindrucksvoll auf den Bildschirm zurück. Ein Jahr später wurde die Rolle des eckigen, hartnäckigen, häufig übel gelaunten Kommissars Haferkamp in der populären "Tatort"-Serie der ARD zum zweiten Höhepunkt seiner Karriere. Erst im Nov. 1980 nahm F. nach der 20. Folge Abschied von dieser Rolle.
In der Folge zog sich F. vermehrt ins Privatleben zurück. Filmangebote lehnte er meist ab, zu schlecht erschien ihm die Qualität der angebotenen Drehbücher oder zu strapaziös die Drehbedingungen. Auch auf dem Bildschirm war er nur noch selten zu Gast. So sah man ihn 1986 in dem Sechsteiler "Unternehmen Köpenick" und 1988 in der "Affäre Nachtfrost" (1988). Als Pilot Charlie Kapitzky war F. ab Sept. 1990 in dem ARD-Zwölfteiler "Abenteuer Airport" zu sehen, eine weitere 12-teilige Serie folgte erst vier Jahre später 1994 mit "Hagedorns Töchter". Hier spielte F. den Hamburger Gewürzhändler und Witwer Paul Hagedorn. 1995 trat F. mit einer Lesung verschiedener Autoren des 20. Jahrhunderts auf dem Frankfurter Hauptbahnhof auf. Seinem anhaltenden Rückzug aus dem Berufsleben lag seit Mitte der 90er Jahre eine zunehmend schwere Osteoporose-Erkrankung zugrunde.
Nach einer geschiedenen Ehe (1960-1984) mit der Schauspielerin Elfriede Rückert heiratete F. 1986 seine langjährige Lebensgefährtin
Filmrollen u. a.: "Stern von Afrika" (56),
Auszeichnungen u. a.: "Bambi"-Preis (58, 59, 77), "Otto" (61), Goldene Kamera (80).