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Salvador Laurel

Salvador Laurel

philippinischer Jurist und Politiker; Dr. jur.
Geburtstag: 18. November 1928 Tanauan/Prov. Batangas (n.a.A. 18. November 1928 Manila)
Todestag: 27. Januar 2004 San Francisco/CA (USA)
Nation: Philippinen

Internationales Biographisches Archiv 08/1993 vom 15. Februar 1993 (lm)


Blick in die Presse

Herkunft

Salvador ("Doy") Hidalgo Laurel wurde am 18. Nov. 1928 in Tanauan, Provinz Batangas (Insel Luzon), geboren und entstammt einer alten Grundbesitzer- und Politikerfamilie, die zu den mächtigsten und reichsten des Landes zählt. Sein Vater, José P. Laurel, war Präsident der Philippinen während der japanischen Besatzungszeit 1943-45. Nach der japanischen Niederlage wurde er als Kollaborateur angefeindet, spielte aber dennoch bis in die 50er Jahre eine wichtige Rolle in der Politik. Die Brüder Salvadors betätigten sich ebenfalls in der Politik und Diplomatie.

Ausbildung

L. studierte Rechtswissenschaften in Manila und in den Vereinigten Staaten an der Yale University, wo er zum Dr. jur. promovierte.

Wirken

Nach seiner Rückkehr eröffnete er zusammen mit einem Bruder eine recht erfolgreiche Anwaltspraxis. Seine Familie ist u. a. an der Philbanking, einer der größten Privatbanken der Philippinen, beteiligt. Der Tradition seiner Familie folgend, engagierte sich L. ebenfalls in der Politik und wurde 1967 in den Senat gewählt, dem er bis 1973 angehörte. Die Verhängung des Kriegsrechts im Sept. 1972 unterbrach seine politische Karriere, doch wurde er, da er damals nicht in direkter Gegnerschaft zu Präsident Marcos gestanden hatte, persönlich kaum behindert. Bei den Parlamentswahlen 1978 erlangte er über eine Pro-Marcos-Koalition ein Abgeordnetenmandat, das er im Sept. 1983 niederlegte.

Erst 1979 brach L. mit Marcos. Anlaß war die Forderung des Präsidenten, L.s "Nationalistische Partei" mit der Marcos-Partei "Kilusang Bagong Lipunan" (Partei der neuen Gesellschaft) zu verschmelzen. Vor der Präsidentschaftswahl von 1981 zunächst einer der populärsten Kandidaten der Opposition, unterwarf sich L. dann dem Beschluß der bürgerlichen Anti-Marcos-Gruppen zum Boykott der Wahl. 1982/83 war er Mitbegründer der UNIDO (Vereinigte Nationalistische Demokratische Organisation), einer lockeren Koalition aus zwölf Gruppierungen der bürgerlichen Opposition. Bei den Parlamentswahlen im Mai 1984 verzichtete er auf eine Kandidatur, um sich für die nächsten Präsidentschaftswahlen freizuhalten. Die UNIDO erreichte bei den Wahlen immerhin 51 Mandate und erwies sich damit als die weitaus stärkste Oppositionsfraktion.

Als Marcos im Nov. 1985 überraschend vorgezogene Präsidentschaftswahlen für den 7. Febr. 1986 anberaumte, meldete L. wenig später zunächst seine eigene Präsidentschaftskandidatur an, begnügte sich dann aber mit der Kandidatur für das Amt des Vizepräsidenten, nachdem die nach der Ermordung ihres Mannes als Integrationsfigur gefeierte Corazón Aquino als UNIDO-Kandidatin und Integrationsfigur aufgebaut wurde. Wie allgemein erwartet, ließ das Marcos-Regime die Präsidentschaftswahlen mit dreisten Betrugsmanövern jedoch zur Farce werden.

Als das von der Marcos-Partei dominierte Parlament Marcos am 16. Febr. 1986 zum Wahlsieger ausrief, verkündete die Opposition ein "Programm des passiven Widerstandes", das breite Unterstützung fand und setzte sich unter Mobilisierung der Massen durch. Corazón Aquino wurde am 25. Febr. 1986 vom Parlament zur "gewählten Präsidentin" proklamiert, worauf Marcos der Opposition das Feld überließ und unter amerikanischem Druck in die USA verbracht wurde.

L.s zunächst dominierende Stellung im Aquino-Kabinett wurde durch seine Berufung zum Vizepräsidenten und Außenminister im Febr. 1986 unterstrichen. Trotz anfänglich demonstrierter Einmütigkeit mit Präsidentin Aquino führte der weitgehende Ausschluß des ehrgeizigen Politikers von allen wichtigen innenpolitischen Entscheidungen - im Aquino-Lager traute man L. wegen seiner früheren Zusammenarbeit mit Marcos nicht - schließlich 1987 zum offenen Bruch mit Frau Aquino. Nach dem, im Zusammenhang mit dem fehlgeschlagenen Putsch mehrerer Armee-Einheiten vom 28. Aug. 1987 erfolgten Rücktritt des gesamten Aquino-Kabinetts, legte L. am 16. Sept. 1987 sein Amt als Außenminister nieder. In Regierungskreisen und den Medien des Landes war L. indes vorgeworfen worden, bei seiner Inspektionsreise zu mehreren Armee-Stützpunkten die Soldaten gegen Frau Aquino und deren Bemühungen aufgebracht zu haben, den Kommunisten-Aufstand auf friedlichem Wege beizulegen. Schließlich forderte L. die Präsidentin in einem Offenen Brief (13.8.1988) zum Rücktritt auf.

Am 27.8.1988 gründeten L. und der im Nov. 1986 im Zusammenhang mit einem Putschversuch als Verteidigungsminister entlassene Juan Ponce Enrile die oppositionelle Sammelpartei "Union für nationale Aktion" (UNA). Frau Aquino stand auch die folgenden Jahre stets unter dem Damoklesschwert von Putschversuchen, nicht zuletzt aus Militärkreisen, doch behielt sie Rückhalt bei der Militärführung. Die Kritik an den Ergebnissen ihrer Innenpolitik hat sich aber als berechtigt erwiesen. Wesentliche Veränderungen in Richtung innerer Frieden und sozialer Ausgleich wurden nicht erreicht. Sie verzichtete auf eine weitere Kandidatur.

Bei den Präsidenten- und Parlamentswahlen am 11. Mai 1992 trat auch L. als Bewerber für das Präsidentenamt an, landete aber mit nur 3,4 % auf siebter Stelle. Gewählt wurde der frühere Stabschef Fidel Ramos. Auch L.s Nationalisten-Partei (NP) blieb mit nur 4 % ebenfalls ohne Erfolg (8 der 200 Mandate).

Familie

L. war mit Celia Diaz verheiratet und hatte acht Kinder. Dem Politiker wurden zahlreiche Bekanntschaften mit Filmschauspielerinnen nachgesagt, was seiner Karriere keinen Abbruch tat.

Salvador Laurel



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