Mit gerade einmal 22 Jahren erlebte Michael Rösch im Frühjahr 2006 den Höhepunkt seiner Biathlon-Laufbahn. In Ruhpolding gewann er zwei Weltcup-Rennen (Verfolgung und Staffel), ehe er wenige Wochen später mit der deutschen Staffel bei den Olympischen Winterspielen in Turin den Gewinn der Goldmedaille feiern konnte. In den folgenden Jahren gewann Rösch noch drei WM-Medaillen mit der Staffel und ein weiteres Weltcup-Rennen, doch dann folgte ein Karriereknick. Zeitweise reichten seine Leistungen nicht einmal mehr für den zweitklassigen IBU-Cup, doch Rösch kämpfte sich zurück und schaffte 2012 wieder die WM-Qualifikation. Als er aber vom DSV nicht nominiert wurde, kam es zum Zerwürfnis: Rösch verzichtete auf alle Vergünstigungen, die er als Angehöriger der Bundespolizei hatte und wechselte in einem langwierigen Prozess die Staatbürgerschaft ("Diese Zeit war die Hölle für mich", FAZ, 19.1.2019), um ab 2014 für Belgien zu starten. Die erhofften Resultate blieben ...