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MUNZINGER Personen

Edwin Scharff

deutscher Bildhauer, Maler und Grafiker
Geburtstag: 21. März 1887 Neu-Ulm
Todestag: 18. Mai 1955 Hamburg
Nation: Deutschland - Bundesrepublik

Internationales Biographisches Archiv 28/1955 vom 4. Juli 1955


Blick in die Presse

Wirken

Edwin Scharff wurde im Jahre 1887 in Neu-Ulm geboren, besuchte die dortige Realschule, ging dann an die Kunstgewerbeschule in München und bezog im Jahre 1904 die Münchener Akademie, um sich als Kunstmaler auszubilden. Im Jahre 1907 ermöglichte ihm ein Stipendium die Reise nach Paris, wo er sich vor allem mit der Kunst von Matisse und Cezanne vertraut machte. Von Paris zog er weiter nach Madrid und Rom. Obgleich seine Haupttätigkeit auch weiterhin auf dem Gebiete der Malerei lag, brachte ein neuer Aufenthalt in Paris von 1912 - 13 die endgültige Wandlung: Scharff wandte sich ganz der Bildhauerei zu.Von 1913 - 1933 arbeitete er in Berlin, wo er gleichzeitig als Professor an den Vereinigten Staatsschulen für die bildenden Künste in Charlottenburg wirkte.

Nach dem 1. Weltkrieg, den er von 1915 - 1918 mitmachte, wurde er Mitbegründer der Neuen Sezession.

Im Jahre 1933 schied er, da er " oben nicht genehm" war, aus seiner Berliner Stellung und ging nach Düsseldorf bis er dort im Jahre 1938 mit einem strikten Arbeitsverbot belegt wurde. Seit 1945 wirkte S. als Lehrer an der Hamburger Landeskunstschule.

Von den Gemülden Sch.s sind besonders bekannt geworden das grosse Bild "Pferde an der Tränke" (Kunsthalle zu Mannheim) "Die Geschwister" und "Männer im Boot", Als Bildhauer hat er in Porträtbüsten Hervorragendes geleistet, auf die er die Prinzipien der Malerei zu übertragen suchte. Besonders hervorzuheben sind die Büste "Mutter", das Granitbildnis Heinrich Wölflins, die Bronzeköpfe von Peter Jessen, Heinrich Tessenow und Dr.Carl Petersen(Hamburg), das Relief der Gattin Wilhelm Waetzoldts, die Tonbüste von Frau Hugo Simon und die Porträtbüste Frau M.(1949). Von seinen grossen Kompositionen, die mit das Beste an Plastiken der Nachkriegsjahre darstellen, sind besonders zu nennen ein grosser "Schreitender Mann", eine grosse weibliche stehende Plastik, das Relief eines weiblichen liegenden Aktes auf hohem Sockel, "Badende", "Quellnymphe" (1948) und "Die Hockenden". Seine Monumentalgruppe "Liebespaar" gelangte im Januar 1930 bei Cassirer im Gipsmodell zur Ausstellung und wurde als eine der malerischsten Skulpturen bezeichnet, die seit Rodins Tagen geschaffen wurden.

Aus dem ebenfalls bedeutenden graphischen Werke Sch.s brachte im Frühjahr 1949 der Parus- Verlag, Reinbeck bei Hamburg, eine Mappe "Pferde und Reiter" mit 23 Zeichnungen des Künstlers und einer Einführung in sein Werk von Rolf Italiaander heraus.

Aus Sch.s letzter Schaffensperiode seien noch das Bronzerelief "Ruth und Boas" sowie die in langwährender Arbeit geschaffene Bronzetür des Klosters Marienthal bei Wesel genannt. Sch. gehörte zu den anerkanntesten deutschen Bildhauern der Gegenwart.

Im Alter von 68 Jahren starb Sch. am 18.5.1955 in Hamburg nach kurzer, schwerer Krankheit.

Edwin Scharff



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