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MUNZINGER Personen

Susanne Pfeffer

deutsche Kunsthistorikerin und Kuratorin; Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt am Main
Geburtstag: 1973 Hagen
Nation: Deutschland - Bundesrepublik

Internationales Biographisches Archiv 30/2019 vom 23. Juli 2019 (ds)


Blick in die Presse

Herkunft

Susanne Pfeffer wurde 1973 in Hagen geboren.

Ausbildung

P. studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Theaterwissenschaften an der Humboldt-Universität in Berlin sowie in Leipzig und Rom und schloss ihr Studium 2001 mit einer Magisterarbeit über mittelalterliche Kunst ab. In Rom machte sie Studien in den Vatikanischen Museen und hatte Kontakt zu Künstlern wie Olaf Nicolai, der Stipendiat der Villa Massimo war.

Wirken

Frühe Karriere als Kuratorin Nach dem Studium wurde P. zunächst 2000 Ausstellungsassistentin im Kölnischen Kunstverein und arbeitete noch im selben Jahr auf der Biennale von Venedig mit. Später folgte sie als kuratorische Assistentin Udo Kittelmann an das Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main. 2004-2006 wirkte sie als Künstlerische Leiterin des Künstlerhauses in Bremen. Dort entwickelte sie zahlreiche Einzelausstellungen mit jungen zeitgenössischen Künstlern wie Matthias Weischer, Emily Jacir, Jonathan Monk und David Zink Yi. Daneben stellte sie aber auch Künstler wie den Filmpionier Hans Richter oder Kenneth Anger aus und zeigte Gruppenausstellungen wie "Bremer Freiheit", "Not a Drop but the Fall". Für das Museum Museion in Bozen kuratierte sie die Ausstellung "Deutsche Wandstücke", an der Künstler wie Ulla von Brandenburg, Katharina Grosse, Frank Nitsche, Gregor Schneider, Norbert Schwontkowski, Dirk Skreber und Matthias Weischer beteiligt waren. Im Sept. 2007 richtete P. für die Biennale d'art contemporain in Lyon eine Ausstellung der Künstlerin Annette Kelm unter dem Titel "00s - The history of a decade that has not yet been named" ein.

Von Berlin nach Kassel 2007-2012 arbeitete P. als Nachfolgerin von Anselm Franke als Kuratorin der "Kunst-Werke" in Berlin. Dort zeigte sie Ausstellungen wie die Gruppenausstellungen " ... 5 minutes later", "One on One" oder "Seeing is believing". Sie zeigte unter anderem Einzelpräsentationen von Absalon, Cyprien Gaillard, "Ricarda Roggan und Richard Serra" und das fortlaufende Ausstellungsprojekt "Hotel Marienbad". Im Frühjahr 2013 wurde P. als Nachfolgerin von Rein Wolfs zur Direktorin des Fridericianum in Kassel berufen, einem zentralen Ort der Gegenwartskunst mit seit 1998 wechselnden Ausstellungen. Hier findet seit 1955 alle fünf Jahre auch die documenta statt, die weltweit bedeutendste Reihe von Ausstellungen für zeitgenössische Kunst.

P. startete ihre Amtszeit im Fridericianum mit der Ausstellung "Speculations on Anonymous Materials" (2013). Die Ausstellung brachte internationale KünstlerInnen zusammen, die unter dem Einfluss des technologischen Wandels arbeiteten. Mit diesem Thema betrat sie nach eigenen Aussagen "ein unerforschtes Terrain" (s. Lit.). Weiterhin zeigte sie vielbeachtete Gruppenausstellungen wie z. B "Inhuman" mit Künstlern aus den USA, China und Europa und "Nature after Nature". Mit solchen Ausstellungen hielt sie, wie Art (8/2014) lobend meinte, "den Geist der documenta wach", indem sie Ausstellungen mache, die "sowohl für Künstler und Kunstspezialisten als auch für das breite Publikum spannend" seien. Außerdem zeigte P. die erste Retrospektive des amerikanischen Experimentalfilmers Paul Sharits. Es folgten eine Soloausstellung für die britische Künstlerin Helen Marten und eine Retrospektive des belgischen Künstlers Marcel Broodthaerss. Im Jan. 2016 eröffnete das Fridericianum die Sonderausstellung "Images" mit Werken von Cory Arcangel, Trisha Donnelly, Wade Guyton, Pierre Huyghe, Mark Leckey, Michel Majerus, Philippe Parreno, Seth Price und Sturtevant. Die Arbeiten untersuchten "das Bild im Moment seiner grundsätzlichen Neubestimmung" (Fridericianum, 25.1.2016).

Berufung als Biennalekuratorin nach VenedigBereits bei der 56. Kunstbiennale 2015 in Venedig hatte P. den Schweizer Pavillon kuratiert, in dem sie einen Beitrag der schweizerisch-deutschen Pamela Rosenkranz zeigte. 2015 berief der deutsche Außenminister P. zur Kuratorin des offiziellen deutschen Beitrags für die 57. Kunstbiennale Venedig 2017. In dieser Funktion war sie für die Auswahl der Künstler und die Einrichtung des Deutschen Pavillons in den Giardini zuständig, P. wählte die Multimediakünstlerin Anne Imhof aus, die den Deutschen Pavillon mit der täglich stattfindenden Fünf-Stunden-Oper "Faust" bespielte. Für deren Kuratierung der Inszenierung wurde P. mit dem Goldenen Löwen für den besten nationalen Beitrag ausgezeichnet.

Museumsdirektorin in FrankfurtIm Jan. 2018 wurde P. zur Direktorin des Museums für Moderne Kunst in Frankfurt/Main berufen; sie folgte auf Susanne Gaensheimer, die zu den Kunstsammlungen Nordrhein-Westfalen gewechselt war. Ihren Posten in Kassel übernahm ab Nov. 2018 der bisherige Vorstand des Kölnischen Kunstvereins Moritz Wesseler. Mit der Leitung des MMK in Frankfurt wurde P. zum ersten Mal mit der Verwaltung einer Sammlung mit 4.500 Werken von 440 Künstlern betraut. Bereits zehn Monate nach Amtsantritt hatte P. ihre ersten drei Ausstellungen präsentiert, die sich mit gesellschaftlichen Fragen auseinandersetzten. Neben den musealen Aufgaben stand in den kommenden Jahren eine Generalsanierung des Stammgebäudes an.

Familie

P. hat eine Wohnung im Frankfurter Bahnhofsviertel.

Literatur

Literatur: "Der Schaffensbegriff ist bedeutungslos", Dirk Schwarze im Gespräch mit Susanne Pfeffer (Kunstforum-Gespräche, Bd. 223/2013).

Auszeichnungen

Auszeichnungen u. a.: Kuratorenpreis des Art Magazins für "Inhuman" als beste Ausstellung des Jahres 2015, Preis des Kunstkritikerverbandes AICA US-Sektion für Ausstellung Kenneth Anger im MoMA (09), Best of 2011 der Kunstausstellungen von Artforum (11).

Mitgliedschaften

Mitgliedschaften: P. ist Mitglied der Jury des Kurt-Schwitters-Preises, des Kunstpreises der Böttcherstraße sowie der Schering Stiftung. Außerdem ist P. kuratorische Beraterin des P. S.1 Contemporary Art Center in New York.

Adresse

c/o MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main, Domstraße 10, 60311 Frankfurt am Main, E-Mail: presse.mmk@stadt-frankfurt.de, Internet: www.mmk-frankfurt.de



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