John Fredriksen
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Internationales Biographisches Archiv
Ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW
John Frederiksen wurde am 11. Mai 1944 in Etterstad bei Oslo geboren. Der Vater war Schlosser, die Mutter arbeitete in einer Kantine.
F. besuchte neben der Arbeit die Handelsschule.
16-jährig begann F. als Bote bei dem Schiffsmakler Blehr & Tenvig. Dabei begeisterte er sich für die Schifffahrt und ferne Ozeane. In den 60er Jahren verschiffte er beispielsweise Frischfisch von Island nach Hamburg. Ende des Jahrzehnts kam er erstmals mit dem Öltransport in Berührung, dessen langfristige Potenziale für das Reedereiwesen er klar erkannte. Als angestellter Makler sammelte er schließlich Erfahrungen in Oslo, New York, Singapur, Athen und London.
1974 machte sich F. selbstständig, wurde Partner der Reederei Northern Shipping und verschiffte Öl auch in Ostblockstaaten. Ab 1978 arbeitete er ganz auf eigene Rechnung. Dabei bewies er früh Spürsinn für zukunftsträchtige Entwicklungen und die Bereitschaft, Risiken einzugehen und kritische Situationen durchzustehen. Von daher kam auch sein Spitzname "storvargen" (Wolf). So nutzte er im Gefolge der Ölkrisen den Rückgang der Frachtraten und den Verfall der Tanker-Preise, um eine eigene Flotte aufzubauen. Seinen Durchbruch als Reeder erreichte F. während des iranisch-irakischen Krieges ab 1980, als er ungeachtet der Gefahren den Öltransport durch den Persischen Golf wagte, dabei aber auch das Leben seiner Schiffbesatzungen aufs Spiel setzte. Schon 1978 hatte er wegen des Konfliktes mit den norwegischen Steuerbehörden seinen Arbeitsschwerpunkt nach London verlegt. 1986 wurde er in Norwegen für vier Monate inhaftiert, da er Ölreste in den transportierten Tanks illegal selbst genutzt hatte. F. zahlte zuletzt eine Buße und entging so einer Verurteilung.
Übergeordnete Dachfirma für F.s Beteiligungen und Interessen wurde die auf Zypern angemeldete Hemen Holdings, ergänzt durch die Firmen Meisha sowie Geveran Trading. Über diese Investment-Firmen erwarb F. meist zwischen einem Drittel und der Hälfte der Anteile an weiteren Unternehmen.
1996 sicherte er sich über die Hemen an der schwedischen Frontline 34,9 % und setzte mit durchaus rauen Methoden bis 1997 seinen Führungsanspruch als Chairman und Chief Executive Officer (CEO) durch. Die 1985 aus Fusionen entstandene Frontline verlegte ihren Sitz auf die Bermudas, und F. machte sie zur Dachfirma seiner Reederei-Interessen. Ab 1997 erfolgten weitere Übernahmen, über welche die Frontline auch über das Feld der Öl-Verschiffung hinaus diversifizierte. Für diese Transaktionen baute er die Ship Finance International. Zudem gab F. regelmäßig den Bau neuer Schiffe in Auftrag, verkaufte auch einige und leaste diese günstig zurück. Frontline stieg binnen eines Jahrzehnts zur größten Öl-Reederei der Welt auf. Schließlich gehörten zur Frontline-Gruppe die schwedische ICB Shipping (Öl), die Golar LNG (verflüssigtes Erdgas), die börsennotierte und operativ verselbstständigte Golden Ocean Group (Trockenlast) und die niederländische Dockwise (Schwergut), welche 2007 mit der norwegischen Sealift fusionierte. 2005 verkaufte F. mit Profit die P&O Nedlloyd (Trockengut), und 2007 wurde die Sea Production, ein Spezialist für Lagerung, verselbstständigt. 2008 engagierte sich Frontline als Aktionär beim US-Wettbewerber Overseas Shipholding Group. Der Frontline-Umsatz ging 2006 auf 2007 von 1,56 auf 1,30 Mrd. US$ zurück, während der Nettoerlös von 516 auf 570 Mio. US$ stieg. Bis 2008 erhöhte die Frontline ihre Tankerflotte auf 90 Schiffe.
Parallel zum Kerngeschäft diversifizierte F. ab Ende der 90er Jahre und investierte damals zunächst in den Aufbau der Inkasso-Firma Aktiv Kapital.
2005 kaufte F. Anteile an der SeaDrill, die sich auf den Bau von Plattformen für Öl- und Gasförderung verlegte. In diese brachte F. die von ihm kontrollierte Seatankers Management Co Ltd. ein. Zudem erstand F. 2006 über die SeaDrill, deren Chairman er wurde, die Mehrheit an der Smedvig. Die SeaDrill-Gruppe verlegte F. auf ein junges, zukunftsträchtiges Geschäftsfeld, die Förderung unter extremen klimatischen Bedingungen und in großen Tiefen. Für diesen Zweck ließ er zwei 2008 ausgelieferte Plattformen in Südkorea für 900 Mio. US$ bauen. Mitte 2008 besaß SeaDrill 38 Bohranlagen, die teils noch in Bau waren. 2006 hatte die Firma einen Umsatz von 1,15 Mrd. US$ und einen Reinerlös von 214 Mio. US$ verbucht.
2005 erwarb F. auch die Hälfte der Aktien am damals darbenden norwegischen Lachszüchter Pan Fish. Nach Zukauf der Marine Harvest und der Fjord Seafood bis Ende 2006 formte S. unter der Marine Harvest als Dachfirma den weltweit führenden Fisch- und Meeresfrüchte-Anbieter. Dieser steigerte den Umsatz 2007 auf 14,1 Mrd. norwegische Kronen. F.s Geveran Trading blieb mit 27 % Hauptakionär.
2007/2008 erstand F. dann 11,7 % an der TUI AG und wurde bei Europas führendem, aber strauchelndem Touristik-Konzern größter Einzelaktionär. Auf der Hauptversammlung im Mai 2008 unterlag F. mit der Forderung, TUI-Chef
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Im Machtkampf um die Zukunft des Reise- und Schifffahrtkonzerns TUI erhöht
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Die FAZ meldet, dass der norwegisch-zypriotische Investor
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F. ist verwitwet. Der Krebstod seiner Frau Inger rief Ende 2006 in Norwegen große Anteilnahme hervor. Die Zwillingstöchter Kathrine und Cecilie (geb. 1983) arbeiteten sich in Singapur ins Schifffahrtsgeschäft ein und sind fest in F.s Konzern verankert. F. unterhält mehrere Wohnsitze, darunter einen auf Zypern und ein Anwesen in London-Chelsea. Er sammelt norwegische Kunst und fördert den Osloer Fußballclub Vålerenga. Um den norwegischen Steuern zu entkommen, gab er 2006 aber seinen norwegischen Pass ab und wurde Zypriote. Forbes schätzte F.s Vermögen 2008 auf 7 Mrd. US$.
c/o Frontline Management AS, Bryggegata 3, 0112 Oslo, Norwegen, Tel.: +47 23 114000, Internet: www.frontline.bm