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David Copperfield

David Copperfield

amerikanischer Illusionist und Entertainer
Geburtstag: 16. September 1956 Metuchen/NJ
Nation: Vereinigte Staaten von Amerika (USA)

Internationales Biographisches Archiv 06/2025 vom 4. Februar 2025 (mm)


Blick in die Presse

Herkunft

David Copperfield (eigtl. David Seth Kotkin) wurde am 16. Sept. 1956 als Kind russischer Einwanderer in Metuchen, New Jersey, geboren. Sein Vater Hy, der ihn später auf vielen Tourneen begleitete, betrieb damals ein Geschäft für Herrenmode, die Mutter Rebecca war Versicherungsvertreterin.

Ausbildung

Schon als Schüler an der Metuchen High School begeisterte sich C. für Zaubertricks, die er sich selbst beibrachte und mit denen der schüchterne Junge auf sich aufmerksam machen konnte. Als elfjähriger "Davino, der Zauberjunge" verdiente er sich mit kleinen Zaubershows sein Taschengeld. Er war damit so erfolgreich, dass er schon als Zwölfjähriger in die Society of American Magicians (Gesellschaft der amerikanischen Magier) aufgenommen wurde. Bereits 1972, also mit 16 Jahren, gab er einen Kurs für Magie an der New York University in Manhattan. 1974 schrieb er sich zum Studium an der Fordham University in New York ein, aber nach einigen Wochen dort bekam er die Hauptrolle im Musical "The Magic Man" in Chicago angeboten und verließ die Universität.

Wirken

Vom Musicalstar zum StarmagierC. spielte, sang und entwarf die gesamte Magie in dem Muscial "The Magic Man", das überaus erfolgreich war und die längste Spieldauer in der Geschichte Chicagos hatte. Aufgrund dieses Erfolgs bekam C. das Angebot, als Gastgeber und Hauptakteur die Sendung "The Magic of ABC" im Fernsehen zu präsentieren. Um diese Zeit nahm er auch den Künstlernamen "Copperfield" (nach Charles Dickens' Romanfigur) an.

Die Sendung meisterte er so gut, dass danach ein weiteres Engagement für ihn heraussprang: Der Fernsehsender CBS nahm ihn als Moderator für eine Reihe von TV-Sendungen ("Specials") unter Vertrag, beginnend mit "The Magic of David Copperfield". Mit jedem neuen Special zeigte C. dem Live-Publikum immer verblüffendere Zaubertricks ohne visuelle Effekte. Die Sendungen wurden in über 40 Ländern ausgestrahlt und erreichten ein Publikum von über drei Mrd. Menschen. U. a. ließ C. die amerikanische Freiheitsstatue und den Speisewagen des legendären Orient-Express verschwinden, durchdrang die Chinesische Mauer oder stürzte sich, angekettet auf einem brennenden Floß, die Niagarafälle hinunter.

Auf seiner ersten Europatournee im Herbst 1993 beeindruckte er insbesondere durch seine (scheinbare) Kunst, fliegen zu können. Anlässlich der 850-Jahrfeier der Stadt Moskau im Jahr 1997 gastierte C. mit seiner Show erstmals in der russischen Metropole. Nach Deutschland kam der Magier nach 1995, 1998 und 2001 wieder 2005 während seiner Europatournee mit dem Programm "An Intimate Evening of Grand Illusion", das er in zwölf Städten zeigte. Ein weiterer Erfolg C.s war die mit Francis Ford Coppola gestaltete Broadway-Show "Dream and Nightmares" (1996), in deren erster Woche mehr Tickets verkauft wurden als für jede andere Broadway-Show zuvor. Zuletzt (Stand: Nov. 2024) spielte C. täglich mehrere Shows in Las Vegas.

Weitere ProjekteZu C.s Projekten abseits der Bühne gehört seit 1991 das International Museum and Library of the Conjuring Arts, in dem er alles sammelt, was mit Zauberei zu tun hat, z. B. antiquarische Requisiten, Zauberbücher u. ä. Das Museum beherbergt die weltweit erste Sammlung historischer Dokumente und Artefakte aus den Bereichen der Magie, Illusion und anderer verwandter Künste. U. a. besitzt C. die Verwandlungstruhe des legendären Harry Houdini und das Gewehr des Zauberers Chung Ling Soo. Seit 1982 ist C. mit seinem "Project Magic" auch sozial engagiert. Er entwickelte es als Therapie für Menschen, die an Behinderungen oder Erkrankungen leiden und durch das Erlernen von Zaubertricks ihre motorischen Fähigkeiten trainieren.

Familie

C. zählt zu den reichsten Unterhaltungskünstlern der Welt und steht seit den 1990er Jahren auf der Forbes-Liste der bestbezahlten Entertainer. Sein Jahreseinkommen wurde zeitweise auf rd. 40 Mio. Euro im Jahr geschätzt (BUNTE, 6/2008), sein Gesamtvermögen auf mehr als 800 Mio. US$ (FAZ, 16.9.2016). C. besitzt in den Bahamas eine eigene Insel namens Musha Cay, die er 2006 für 50 Mio. US$ kaufte und auf der er Luxusunterkünfte betreibt, in denen schon Prominente wie Bill Gates und Johnny Depp übernachteten. 2016 kaufte er für 17,5 Mio. US$ eine Villa in Las Vegas.

C. war von 1994 bis 1999 mit dem deutschen Topmodel Claudia Schiffer verlobt. Nach dem Ende dieser Beziehung wurden verschiedene Frauen an seiner Seite gesehen u. a. 2001 das belgische Fotomodell Ambre Frisque und das tschechische Model Maria Petličková, mit der er Medienberichten zufolge einen Sohn und eine Tochter hat. Später wurde das französische Model Chloe Gosselin seine Lebensgefährtin. Im April 2010 brachte sie das erste gemeinsame Kind zur Welt, ein Mädchen namens Sky.

Daneben machte C. wiederholt mit juristischen Problemen Schlagzeilen. Ab 2007 ermittelte die US-Bundespolizei FBI gegen ihn, weil eine Frau ihm Vergewaltigung vorwarf, was C. bestritt. Die Ermittlungen wurden 2010 ohne Ergebnis eingestellt. 2024 warfen 16 Frauen C. laut Medienberichten sexuelle Übergriffe vor, die sich über mehrere Jahrzehnte hinweg ereignet haben sollen. Auch diese Vorwürfe wurden von C.s Anwälten zurückgewiesen (u. a. tagesschau.de, 16.5.2024; NZZ Int., 25.5.2024). Im gleichen Jahr wurde C. verklagt, weil er eine ihm gehörende New Yorker Penthouse-Wohnung im Wert von 7 Mio. US$ angeblich stark verwahrlosen ließ und dadurch Schäden in Höhe von 3 Mio. US$ verursacht haben soll.

Werke

Kino- und TV-Arbeiten: C. präsentierte seine Zauberkünste in zahlreichen ihm gewidmeten TV-Sendungen, u. a. in den von 1978 bis 1995 jeweils jährlich ausgestrahlten Specials "The Magic of David Copperfield". Zudem spielte er in mehreren Filmen und TV-Serienepisoden sich selbst, u. a. in der Zaubererkomödie "Der unglaubliche Burt Wonderstone" (13).

Bücher: "David Copperfield's Tales of the Impossible" (95; Hg. m. Janet Berliner), "David Copperfield's Beyond Imagination" (96; Hg. m. ders.), "David Copperfield's History of Magic" (21; m. Richard Wiseman u. David Britland).

Auszeichnungen

Auszeichnungen u. a.: "Magician of the Year" (80; als jüngster Preisträger bis dahin), Bambi (93), Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood als erster Magier (95), Living Legend Award der Library of Congress der USA (00); zudem mehr als 20 Emmy Awards für seine TV-Sendungen.

Adresse

Internet: https://www.davidcopperfield.com



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