Sven-Åke Johansson

Sven-Åke Johansson, geboren am 28. November 1943 in Mariestad (Schweden), betätigte sich seit Beginn der 1970er-Jahre als Komponist, Musiker, Poet und bildender Künstler. Seine künstlerische Ausgangshaltung war die Improvisation, die ihn je nach Gegenstand dazu verleitete, eine Vielzahl an künstlerischen Medien – u.a. die der Komposition – zu »bespielen«. Johanssons Karriere fand weitgehend ohne akademische oder institutionelle Anbindungen statt.

Aufgewachsen in einer Kleinstadt in Schweden spielte er als Jugendlicher Jazz-Schlagzeug in verschiedenen Tanzbands in und um Stockholm. Schon hier erprobte er mit einzelnen Musikern und Besetzungen freie Formen. 1966 zog er nach Paris, dem damaligen Jazzmekka Europas, und spielte als Session-Musiker in zahlreichen Clubs. Schon 1967 zog er weiter nach Wuppertal und Köln, um sich der radikalen deutschen Free Jazz-Szene um Musiker wie Peter Brötzmann, Manfred Schoof und Alexander von Schlippenbach anzuschließen. Seit 1968 lebte er in Berlin und gründete das für die Entwicklung des europäischen Free Jazz bedeutsame Improvisationsensemble »Moderne Nordeuropäische Dorfmusik«. Berlin blieb die Wirkstätte seines Schaffens; er spielte dort im Laufe der Jahrzehnte in über 100 verschiedenen Aufführungsorten.

Anfang der 70er-Jahre »übertrug« Johansson seine Improvisationserfahrungen vom Schlagzeug auf andere Formate, Medien und Besetzungen wie das Musiktheater, Performance, Lyrik sowie Grafiken; er entwickelte vielgestaltige Musiktheater-, Ensemble- wie ...