Siegfried Thiele

Siegfried Thiele, geboren am 28. März 1934 in Chemnitz, entstammte einer Handwerkerfamilie. Grundlegende musikalische Förderung erhielt er während seiner Schulzeit in Chemnitz durch die Komponisten Werner Hübschmann und Paul Kurzbach sowie vor allem durch Gustav William Meyer, der ihn in Klavierspiel und Musiktheorie unterrichtete und mit neuer Musik vertraut machte. 1953–58 studierte Thiele an der Hochschule für Musik in Leipzig Komposition (bei Wilhelm Weismann und Johannes Weyrauch), Dirigieren (bei Franz Jung und Heinz Rögner) sowie Klavier (bei Rudolf Fischer und Amadeus Webersinke).

Ab 1958 war Thiele zunächst ein Jahr in Radeberg und danach weitere drei Jahre in Wurzen als Musikschullehrer, Chor- und Orchesterleiter tätig. In diese Zeit fällt auch ein weiterführendes Kompositionsstudium als Meisterschüler von Leo Spies an der Akademie der Künste Berlin (1960–62) und der Eintritt in die Christengemeinschaft (1959), für die Thiele nebenamtlich als Kantor tätig war und zahlreiche Kompositionen schrieb.

1962 erhielt Thiele eine Anstellung als Assistent für Tonsatz und Partiturspiel an der Hochschule für Musik Leipzig; 1971 wurde er zum Dozenten für Komposition ernannt. Zusätzlich leitete er 1963–78 das von ihm gegründete Jugendsinfonieorchester der Stadt Leipzig und 1968–76 das Orchester der Spezialschule für Musik in Halle. Die umjubelte Uraufführung seines Klavierkonzerts (1963) im März 1965 ...