Jani Christou, geboren am 8. Januar 1926 in Heliopolis bei Kairo als Sohn eines griechischen Schokoladenfabrikanten und Kinobesitzers. In Alexandria besuchte er das englische Victoria College (1936[?]–45) und war Schüler der Pianisten Aleksandr Plotnikov und Gina Bachauer. Anschließend ging er nach Cambridge in Großbritannien, um Philosophie und – dem Wunsch seines Vaters entsprechend – Ökonomie zu studieren. Zu seinen akademischen Lehrern am Kingʼs College zählten Bertrand Russell und Ludwig Wittgenstein. In dieser Zeit nahm Christou Privatstunden in Tonsatz und Komposition bei dem Berg-Schüler Hans Ferdinand Redlich, der während des Kriegs nach Letchworth bei Cambridge emigriert war, vermutlich auch bei dem Schönberg-Schüler Roberto Gerhard. Nach Abschluss seiner Studien in England (1948) weilte Christou wiederholt in Italien, um – erneut auf Wunsch seines Vaters – die Komposition von Filmmusik bei Franco Lavagnino in Siena zu studieren; außerdem besuchte er die Sommerkurse für Analyse und Instrumentation (bei Lavagnino) sowie Komposition (bei Vito Frazzi) der Accademia Chigiana in Siena.
Um 1950/51 kehrte Christou nach Alexandria zurück. Von den Verstaatlichungsmaßnahmen des Nasser-Regimes betroffen, wurde die Familie Christou nach 1960 (wie alle Ausländer) gezwungen, Ägypten zu verlassen und nach Griechenland zu übersiedeln. Da die Familie verarmt war, gründeten Christou und seine Frau ...