Gunther Schuller, geboren am 22. November 1925 in New York, als Sohn eines Geigers des New York Philharmonic Orchestra. Er erhielt während seiner Ausbildung an der St. Thomas Choir School (1938–44) privaten Unterricht in Flöte, Horn und Musiktheorie. Mit Komposition beschäftigte er sich autodidaktisch. Nach einer Saison mit dem Orchester des New York City Ballet (1943) wurde er mit 18 Jahren Solohornist im Symphonieorchester von Cincinatti, wo er 1944 die UA seines 1. Hornkonzerts spielte. Parallel zu seinem Engagement als Solo-Hornist an der Metropolitan Opera New York (1945–59) unterrichtete er sein Instrument an der Manhattan School of Music (1950–63). Schuller regte die Ersteinspielung von Schönbergs Bläserquintett an, zeichnete 1962–65 in der New Yorker Carnegie Hall als Dirigent für die Konzertserie »Twentieth Century Innovations« verantwortlich. Er gastierte bei mehr als 50 Orchestern in Nord-Amerika und Europa, machte Schallplattenaufnahmen und produzierte über 150 Rundfunk- sowie einige Fernsehsendungen über Musik des 20. Jahrhunderts.
1962 beendete Schuller seine Karriere als Hornist, um mehr Zeit für das Komponieren zu haben; er lehrte 1964–67 Komposition an der Yale School of Music und leitete 1967–77 mit großer Ausstrahlung auf die Entwicklung der US-amerikanischen Musikszene das New England Conservatory in Boston. Dort gründete er bald renommierte Formationen wie »Ragtime Ensemble«, »Jazz Repertory ...