Fabio Vacchi, geboren am 19. Februar 1949 in Bologna, nahm 1967 am Konservatorium seiner Geburtsstadt ein Musikstudium auf und wandte sich, nach einer Orientierungsphase (bei Tito Gotti studierte er Chorleitung), bald ganz der Komposition zu. Sein Kompositionsdiplom erwarb er als Schüler Giacomo Manzonis 1974. In den Diskussionen der 68er-Bewegung erschlossen sich dem Studenten neue Bereiche der Wirklichkeit und der Fantasie. In der Art und Weise, wie damals kulturelle und soziale Themen ausgelotet wurden, erkennt Vacchi auch heute noch Umstände, die seiner Initiation als Kulturschaffender und Künstler zugutekamen. Dies zeigt sich auch in den Sujets mehrerer Werke, in denen ein im weitesten Sinne sozialpolitisches, aber auch ethisches Engagement zum Ausdruck kommt (z.B. in seinem in Leipzig 2011 uraufgeführten Orchesterwerk Tagebuch der Empörung, das sich auf die Terroranschläge vom 11. Sept. 2001 bezieht).
1974 nahm Vacchi am Sommerkurs des Berkshire Music Center in Tanglewood teil und gewann den Koussevitzky-Preis; zwei Jahre später erhielt er für das Werk Les Soupirs de Geneviève für elf Streicher (1975) den 1. Preis beim Gaudeamus-Wettbewerb in den Niederlanden. Die Biennale di Venezia widmete seiner Musik 1979 und 1981 Porträtkonzerte.
Seit 1973 unterrichtete er am Konservatorium in Pesaro allgemeine Musikkunde (cultura musicale generale), wechselte aber bald in die ...