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Michal Kadlec

tschechischer Fußballspieler
Geburtstag: 13. Dezember 1984 Vyskov
Klassifikation: Fußball
Nation: Tschechische Republik
Erfolge/Funktion: Nationalspieler
EM-Teilnehmer 2008
Tschechischer Meister 2005, 2007
DFB-Pokalfinalist 2009

Internationales Sportarchiv 51/2009 vom 15. Dezember 2009 (mb)
Ergänzt um Nachrichten durch MA-Journal bis KW 44/2020


Der Tscheche Michal Kadlec erlernte das Fußballspielen in den 90er Jahren in Deutschland, wo sein Vater Miroslav erfolgreich beim Bundesligisten 1. FC Kaiserslautern aktiv war. Nach der Rückkehr in seine Heimat debütierte Kadlec Junior in der Saison 2001/02 erst 17-jährig für den 1. FC Slovácko in der ersten tschechischen Liga. 2005 wechselte er zu Sparta Prag, wurde mit dem Hauptstadtklub zweimal Meister und trat schließlich auch in der Nationalmannschaft in die Fußstapfen seines Vaters. Bei der EURO 2008 reichte es für Kadlec zwar nur zu einem Kurzeinsatz, doch wechselte er im Sommer 2008 zu Bayer Leverkusen und avancierte auch in der Bundesliga umgehend zum Leistungsträger.

Laufbahn

Michal Kadlec begann seine fußballerische Laufbahn 1991 beim SV Alsenborn. Zwei Jahre später wechselte der gebürtige Tscheche in die Jugend des 1. FC Kaiserslautern, für den sein Vater Miroslav damals in der höchsten deutschen Liga spielte. "In Lautern habe ich sogar linker Außenstürmer gespielt, bin dann immer weiter nach hinten gerutscht und spiele heute linker Verteidiger" (bild.de, 07.04.2009), erinnerte er sich an seine Anfänge. 1998 zog die Familie zurück nach Tschechien, Kadlec junior schloss sich dem 1. FC Slovácko an. Dort debütierte er in der Saison 2001/02 mit 17 Jahren in der ersten tschechischen Liga, musste allerdings einen kleinen Kulturschock verdauen: "Die hatten noch Billigtreter aus Gummi. Da hab ich mich gefragt: Wo bin ich denn hier gelandet" (FR, 6.12.2007), blickte er auf die dortigen Umstände zurück.

Anfang 2005 wechselte Michal Kadlec zum tschechischen Hauptstadtklub Sparta Prag und avancierte auch dort umgehend zum Stammspieler. Bereits wenige Monate später feierte er mit seinem neuen Team den Meistertitel und spielte 2005/06 erstmals in der Champions League. Im UEFA-Pokal-Duell mit Bayer Leverkusen fiel er den Verantwortlichen des Bundesligisten erstmals auf, doch der junge Defensivakteur blieb zunächst den Pragern treu, obgleich es auch Angebote vom Hamburger SV und vom VfL Wolfsburg gab.

2007 gewann Michal Kadlec mit Sparta schließlich den zweiten Meistertitel seiner noch jungen Karriere und debütierte am 17. November 2007 zudem in der tschechischen Nationalmannschaft, deren Kapitän ein Jahrzehnt zuvor sein Vater gewesen war. 2008 nahm Kadlec an der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz teil, kam indes nur zu einem Kurzeinsatz. "Nun wäre ich bereit, Sparta Prag zu verlassen und in die Bundesliga zu wechseln – am liebsten zu Kaiserslautern, meinem Wunschverein. Leider jedoch spielen die Lauterer zurzeit in der 2. Bundesliga" (NZZ, Euro-2008-Magazin, 2008), verkündete Kadlec.

Zur Saison 2008/09 wurde Michal Kadlec von Sparta Prag zunächst an Bayer Leverkusen ausgeliehen, doch die Rheinländer zogen schon bald eine Vertragsoption und verpflichteten den tschechischen Nationalverteidiger bis 2012. Kadlec hatte sportlich wie menschlich keinerlei Anpassungsprobleme und gehörte schnell zum festen Stamm der Leverkusener. In Trainer Bruno Labbadia, der 1991 Team- und Meisterschaftskollege seines Vaters Miroslav Kadlec beim 1. FC Kaiserslautern war, traf er quasi auf einen alten Bekannten. "Natürlich habe ich noch Steigerungspotenzial, ich denke aber, dass ich mit meinem ersten Bundesligajahr ganz zufrieden sein darf" (bayer04.de, 8.9.2009), so der Freistoßspezialist, der sowohl mit einem harten Schuss wie auch mit einer feinen Technik zu überzeugen weiß.

Im Mai 2009 erreichte Michal Kadlec mit Bayer Leverkusen das DFB-Pokalfinale, verlor dieses jedoch gegen Werder Bremen und verpasste somit seinen ersten Titel in Deutschland. Mitte September 2009 erlitt der Jungstar bei der tschechischen Nationalmannschaft einen Syndesmosebandanriss, der offensichtlich zu spät behandelt wurde. Der 1,85 m große Linksverteidiger fehlte daraufhin auch monatelang seinem Team Bayer Leverkusen, kehrte erst kurz vor der Winterpause aufs Spielfeld zurück.

Informationen und Meldungen zum weiteren Fortgang der Karriere siehe Journal

Persönliches

Michal Kadlec und seine jüngere Schwester zogen 1990 mit den Eltern in die Pfalz, wo Vater Miroslav als Fußballprofi beim 1. FC Kaiserslautern sein Geld verdiente. Bis zur vierten Klasse schloss Michal jedes Schuljahr sowohl in Deutschland wie auch in Tschechien ab, wo er in den Sommerferien stets die Prüfungen nachholte. Er spricht daher perfekt Deutsch und Tschechisch. 1998 kehrte die Familie zurück nach Tschechien. Kadlec besuchte eine Wirtschaftsschule und lernte zudem Englisch.

Adresse

c/o 1. FC Slovácko, Stonky 566, PSC, 686 01 Uherské Hradište, Tschechische Republik, Tel.: +420 572551801, E-Mail: info@fcslovacko.cz, Internet: www.fcslovacko.cz

Karriere in Zahlen

Stationen:

1991 – 1993: SV Alsenborn
1993 – 1998: 1. FC Kaiserslautern
1998 – 12/2004: 1. FC Slovácko
01/2005 – 2008: Sparta Prag
seit 08/2008: Bayer 04 Leverkusen

Liga-Statistik:

Saison Verein Liga Spiele Tore
2001/02 1. FC Slovácko 1. 1 0
2002/03 1. FC Slovácko 1. 3 0
2003/04 1. FC Slovácko 1. 15 1
2004/05 1. FC Slovácko 1. 15 0
2004/05 Sparta Prag 1. 10 1
2005/06 Sparta Prag 1. 29 0
2006/07 Sparta Prag 1. 23 0
2007/08 Sparta Prag 1. 29 3
2008/09 Sparta Prag 1. 4 3
Bayer Leverkusen 1. 30 3
2009/10 Bayer Leverkusen 1.

Erfolge:

14 Länderspiele (1 Tor)
26 U21-Länderspiele (1 Tor)
10 U19-Länderspiele (0 Tore)
7 U18-Länderspiele (0 Tore)
8 Champions-League-Spiele (0 Tore)
34 Bundesligaspiele (3 Tore)
129 Erstligaspiele Tschechien (8 Tore)
Tschechischer Meister 2005, 2007
Tschechischer Pokalsieger 2006, 2007
DFB-Pokalfinalist 2009
EM-Teilnehmer 2008

Journal

Ergänzungen aus MA-Journal. Die nachfolgenden Meldungen werden bei der nächsten redaktionellen Bearbeitung in den Text integriert.

Oktober 2011: Michal Kadlec verlängert seinen Vertrag bei Bayer Leverkusen vorzeitig bis 30. Juni 2015.

21. April 2012: Michal Kadlec wird vor einer Discothek in Köln von Hooligans des 1. FC Köln angegriffen. Die Täter lauerten dem Leverkusener Spieler vor der Disco auf, beschimpften ihn und werden handgreiflich. Bei dem Angriff erleidet Kadlec einen Nasenbeinbruch.

Juni 2013: Michal Kadlec wechselt von Bayer Leverkusen zum türkischen Erstligisten Fenerbahce Istanbul. Über die Höhe der Ablösesumme wird Stillschweigen vereinbart.

27. April 2014: Fußball, Süper Lig 2013/14: Fenerbahce Istanbul (mit Michal Kadlec, Emre und Dirk Kuyt) sichert sich durch hat ein 0:0 gegen Caykur Rizespor am 31. Spieltag vorzeitig den Meistertitel. Mit insgesamt 19. Meisterschaften zieht "Fener" mit Galatasaray gleich.

Mai 2016: Es wird bekannt, dass der Fußballprofi Michal Kadlec zu Sparta Prag zurückkehrt. Kadlec spielte zuletzt bei Fenerbahce Istanbul.

2019: Michal Kadlec wird Vater eines Sohnes (Michael). Kadlec steht seit 2018 beim tschechischen Erstligisten 1. FC Slovácko unter Vertrag.



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